Die meisten Teams, die SAFe® praktizieren, arbeiten mit Jira. Das Problem: Jira Plans (früher Advanced Roadmaps), das Tool das Atlassian für genau diesen Anwendungsfall vorgesehen hat, gibt es nur in Jira Premium. Wer nicht upgraden will oder kann, plant in Excel – und kämpft dann damit.
Dieser Guide zeigt, wie Teams PI Planning mit Jira Standard durchführen – vollständig, ohne Abstriche bei der Planungsqualität.
Kurz vorab: Jira Standard erlaubt den Export jedes Backlogs als CSV-Datei. Diese CSV enthält alle Informationen, die ihr für PI Planning braucht – Story Points, Komponenten, Teams, Sprints. Der Trick ist, sie richtig zu nutzen.
Was ihr für PI Planning wirklich braucht
Bevor wir in die Technik gehen: Was macht PI Planning eigentlich aus? Im Kern geht es darum, für ein Program Increment (PI) – in der Regel 8–12 Wochen – zu planen, welches Team welche Features in welchem Sprint umsetzt. Das Ergebnis ist ein Programm-Board, das Abhängigkeiten sichtbar macht und als gemeinsame Grundlage für alle Teams dient.
Dafür braucht ihr:
- Euer Feature-Backlog (mit Priorität und Schätzung)
- Eine Übersicht der Team-Kapazitäten pro Sprint
- Ein Tool, das Features auf Teams und Sprints verteilt und Abhängigkeiten visualisiert
Punkt 1 und 2 habt ihr bereits in Jira Standard. Punkt 3 ist das, wofür die meisten Teams entweder auf Jira Premium upgraden oder auf Excel zurückgreifen.
Schritt für Schritt: Von Jira Standard zur PI-Roadmap
Backlog aus Jira als CSV exportieren
In Jira Standard: Board öffnen → Backlog → rechts oben „Exportieren" → „Exportieren als CSV". Wählt alle relevanten Felder: Summary, Issue Type, Story Points, Component, Sprint, Assignee, Priority. Dieser Export enthält alles, was ihr braucht.
Kapazitäten pro Team und Sprint festlegen
Definiert vor dem Planning für jedes Team, wie viele Story Points pro Sprint realistisch sind – abzüglich Urlaub, Feiertagen und Team-Overhead. Faustformel: 70–75% der theoretischen Kapazität für neue Features einplanen.
Stories auf Teams und Sprints verteilen
Sortiert euer Backlog nach Priorität (z. B. WSJF oder Business Value). ROADagile verteilt die Stories dann automatisch kapazitätsbasiert auf die Sprints eurer Teams – Abhängigkeiten werden berücksichtigt und in der Roadmap als Verbindungslinien dargestellt.
Roadmap prüfen und projizieren
ROADagile zeigt die fertige PI-Roadmap mit Timeline, Statistiken und Hierarchie – bereit für den Projektor in der PI-Ceremony. Ein sauber dargestellter Plan schafft gemeinsames Verständnis und gibt dem Increment eine sichtbare Grundlage. (Export und Session-Speicherung folgen in Kürze.)
Die häufigsten Fehler bei selbst gebauten Lösungen
Excel als Programm-Board
Excel funktioniert – bis zur ersten Änderung. Sobald ein Team in der Ceremony sagt „das schaffen wir in Sprint 3 nicht", beginnt das manuelle Nachziehen in der Tabelle. Bei 5 Teams und 20 Features ist das fehleranfällig und kostet wertvolle Zeit in der Ceremony.
Abhängigkeiten werden vergessen
Der häufigste Planungsfehler: Team A plant ein Feature für Sprint 2, das von einer Komponente abhängt, die Team B erst in Sprint 3 liefert. In Excel oder Miro werden solche Abhängigkeiten oft erst im Review sichtbar – zu spät, um noch umzuplanen.
Die Session ist nicht reproduzierbar
Nach der Ceremony ist der Plan oft nur auf Screenshots oder in einer gespeicherten Excel-Datei verfügbar. Beim nächsten PI Planning fängt man wieder von vorne an, statt auf dem vorherigen Increment aufzubauen.
Was Jira Advanced Roadmaps wirklich bringt – und was nicht
Zur Fairness: Jira Plans hat echte Stärken, vor allem bei der Kapazitätsplanung auf Portfolio-Ebene und dem Abgleich mehrerer ARTs. Für Teams, die rein innerhalb von Jira Cloud arbeiten und das Budget haben, ist es eine solide Option.
Drei Szenarien, in denen Advanced Roadmaps nicht die Antwort ist:
- Jira Data Center / On-Premise: Advanced Roadmaps ist eine Cloud-only-Funktion. Teams hinter Firewalls oder in regulierten Branchen haben keine Option.
- Kleine ARTs mit 2–4 Teams: Der Preisunterschied zwischen Standard und Premium rechtfertigt sich erst ab einer gewissen Teamgröße.
- Datenschutz-Anforderungen: Planungsdaten – Jira-Projektnamen, Story Points, Feature-Beschreibungen – liegen auf Atlassians Servern. Für manche Organisationen ist das ein Ausschlusskriterium.
Fazit
PI Planning ohne Jira Advanced Roadmaps ist kein Kompromiss – es ist für viele Teams die pragmatischere Wahl. Jira Standard liefert alle Daten, die ihr braucht. Was fehlt, ist ein Tool, das aus dem CSV-Export eine saubere PI-Roadmap macht, ohne Datenweitergabe und ohne Installations-Aufwand.
Genau das haben wir mit ROADagile gebaut: CSV aus Jira, hochladen, planen – alles im Browser, zero data on our servers.
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