Wer teamübergreifende Roadmaps in Jira plant, stößt früher oder später auf Jira Advanced Roadmaps – seit einiger Zeit offiziell Jira Plans. Und dann auf die Preisschranke: In Jira Cloud sind diese Funktionen Premium und Enterprise vorbehalten. Wer auf Jira Standard sitzt, sucht deshalb häufig nach einer Alternative – aus Kostengründen, wegen restriktiver Tool-Freigaben oder aus Datenschutzgründen.

Dieser Artikel vergleicht die realistischen Optionen ehrlich: was sie können, wo sie an Grenzen stoßen und für welche Teams sie sich lohnen.

Kurz vorab: „Die eine" Alternative gibt es nicht. Die richtige Wahl hängt davon ab, was euch fehlt – teamübergreifende Kapazitätsplanung, ein Programm-Board fürs PI Planning oder schlicht eine Timeline ohne Premium-Upgrade.

Was Jira Advanced Roadmaps ist – und warum es nicht für alle passt

Advanced Roadmaps (Jira Plans) ist Atlassians Werkzeug für die Planung über einzelne Boards hinaus: mehrere Teams, mehrere Projekte, Kapazitäts- und Abhängigkeitsplanung auf Portfolio-Ebene. Für große Setups mit mehreren ARTs ist das stark – aber es hat Voraussetzungen:

Genau an diesem Premium-Zwang scheiden sich die Geister. Wer ein achtköpfiges Planungsteam hat, aber 200 Jira-Lizenzen, zahlt das Upgrade für alle 200 – nur damit acht Leute eine Roadmap bauen können.

Worauf es bei einer Alternative ankommt

Bevor ihr Tools vergleicht, lohnt sich Klarheit über die Kriterien. In der Praxis sind es fünf:

Die Alternativen im Überblick

1. Upgrade auf Jira Premium

Die naheliegendste Option – und für manche die richtige. Wenn ihr ohnehin tief in Jira Cloud steckt, viele Teams koordiniert und das Budget habt, bekommt ihr mit Advanced Roadmaps ein ausgereiftes Werkzeug direkt in Jira. Der Haken: Der Preis skaliert mit allen Nutzern, nicht mit euren Planern. Bei kleinen ARTs rechnet sich das selten.

2. Excel oder Google Sheets

Der Klassiker, weil er nichts kostet und sofort da ist. Für die erste PI-Skizze taugt eine Tabelle. Aber: Sie kennt keine Kapazitäten, visualisiert keine Abhängigkeiten und wird bei jeder Änderung in der Ceremony zur Handarbeit. Ab 5 Teams und 20 Features ist das fehleranfällig – die häufigsten Fallstricke haben wir im Guide zu PI Planning mit Jira Standard beschrieben.

3. Whiteboard-Tools (Miro, Mural)

Beliebt fürs verteilte PI Planning, weil sie die Ceremony gut abbilden: Sticky Notes, Abhängigkeitsfäden, gemeinsames Arbeiten in Echtzeit. Ihre Schwäche ist alles danach: Sie halten keine Verbindung zu euren Jira-Daten, rechnen keine Kapazitäten und der Plan ist am nächsten Tag schon wieder veraltet. Ein Board, kein Planungswerkzeug.

4. Marketplace-Plugins (BigPicture, Structure.Gantt & Co.)

Mächtige Werkzeuge, die direkt in Jira andocken und viel von dem können, was Advanced Roadmaps kann – teils mehr. Der Preis dafür: eine weitere Lizenz, eine Installation im Jira-Instanz und damit eine Freigabe durch IT-Security. In regulierten Umgebungen ist genau das oft der Blocker: Ein Plugin, das Zugriff auf alle Projektdaten hat, kommt nicht ohne Weiteres durch die Governance.

5. Browserbasiert per CSV (ROADagile)

Der Ansatz, den wir mit ROADagile verfolgen: Ihr exportiert euer Backlog als CSV aus Jira Standard, ladet es im Browser hoch, und das Tool verteilt die Stories kapazitätsbasiert auf Sprints und Teams – inklusive Abhängigkeiten und Gantt-Roadmap. Kein Plugin, kein Upgrade, keine Installation in eurer Jira-Instanz. Und weil das Parsing vollständig im Browser läuft, verlassen eure Projektdaten nie euren Rechner. Der Kompromiss: Es ist bewusst kein Live-Zwei-Wege-Sync mit Jira, sondern ein schlanker CSV-Workflow für den Planungsmoment.

Welche Alternative passt zu welchem Team?

Fazit

Eine Alternative zu Jira Advanced Roadmaps zu suchen heißt nicht, auf Planungsqualität zu verzichten – es heißt, das Werkzeug zum Team passend zu wählen statt umgekehrt. Für kleine, SAFe-orientierte Teams auf Jira Standard ist der Premium-Zwang der eigentliche Auslöser der Suche. Wenn euch teamübergreifende, kapazitätsbasierte PI-Roadmaps fehlen, ihr aber weder upgraden noch ein Plugin freigeben lassen wollt, ist ein browserbasierter CSV-Ansatz oft der pragmatischste Weg.

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